Author Archives: Andreas Landolf

Saat-Esparsette  (Onobrychis viciifolia)

Hier möchte ich euch eine alte Futterpflanze vorstellen, die mit der Klimaveränderung sehr gut zu recht kommt und so den Landwirten eine Alternative bietet, die auch den Insekten zugute käme.
Die Saat-Esparsette gehört zu den Schmetterlingsblütlern, wie z.B. die Erbsen, und wie sie kann die Esparsette Stickstoff aus der Luft binden. Dadurch ist sie ein Bodenverbesserer und kann nicht nur als eiweissreiche Futterpflanze, sondern auch als Gründüngung verwendet werden. Ihre Wurzeln können bis zu 4m Tiefe erreichen, damit hat sie bei Trockenheit keine Probleme und lockert verdichteten Boden auch bis weit nach unten auf.
Als wären das nicht schon genug positive Eigenschaften für die Landwirtschaft, legt die Esparsette noch einen oben drauf:  sie wirkt bei Wiederkäuern auch noch entwurmend und kann so Parasitenbefall vermindern. Auf der Website esparsette.ch versucht man, den Anbau zu fördern und den Landwirten eine Vermarktungsplattform zu bieten.
Ursprünglich stammt die Esparsette aus dem Nahen Osten, ist bei uns aber schon seit dem 16. Jahrhundert heimisch und wurde im 18. Jahrhundert sogar im grossen Stil angebaut. Das Insekt des Jahres 2008, das gefährdete Esparsette-Widderchen, ist übrigens auf diese Pflanze für seine Raupen angewiesen.
Aber nicht nur im feldmässigen Anbau macht die Esparsette eine gute Figur, auch im Garten ist sie wunderschön und braucht nie gegossen zu werden. Als ausdauernde Staude wird sie jedes Jahr wieder kommen und immer schöner. Perfekt für den pflegeleichten Garten!
Und auch den Bienen bietet sie viel: Nektar und Pollen satt, laut dem Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch im höchsten Wert 4.
Die Blüte erstreckt sich von Mai bis in den Juli und ist mit den langen rosafarbenen Blütenähren sehr zierend. Manchmal entdeckt man sie heutzutage wild an Strassenböschungen und in Magertrockenrasen, sehr zur Freude der Bienen und Hummeln.
Im Rahmen der Klimaveränderung und einem nötigen Wechsel in der Fruchtfolge (um den Boden zu schonen und Schädlingen die Lebensgrundlage zu entziehen) wäre ihr ein Revival zu gönnen!

Margit Siegrist

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Am Ende dieses recht ereignisreichen Monats möchte ich euch noch schnell eine selten im Garten geduldete Pflanze vorstellen.
So überreich auch dieses Jahr die Obstbäume geblüht und unsere Bienen gut versorgt haben, eine Blume sorgt in fast jedem Frühjahr zuverlässig für eine Tracht ... der einfache Löwenzahn.
Verschiedenste Namen trägt er im Volksmund, angeblich an die hundert. Kuhblume, Pusteblume, Maienzahn aber auch so despektierliche Namen wie Bettpisser oder Saublume, was er wirklich nicht verdient.
Denn nicht nur unsere Bienen und viele andere Insekten schätzen ihn, sondern er wird auch als Futter-, Heilpflanze und als Salat (vor allem in Frankreich) genutzt.
Laut dem Buch “Bienenweide” von Günter Pritsch hat der Löwenzahn den Nektarwert 3 und den Pollenwert 4 (von 4 Stufen) und bietet diese Gaben über fast 3 Monate von April bis Anfang Juni an, wobei einzelne Pflanzen auch schon viel früher und später blühen.
Ursprünglich wuchs er gemäss Fachliteratur im Himalayagebirge, kam aber schon vor Jahrhunderten zu uns und hat sich bestens eingebürgert.
Wer die Bienen beim Pollensammeln beobachten will, muss schnell sein ... denn wenn der Löwenzahn die Blüten öffnet, ist innerhalb von einer Viertelstunde alles leer gesammelt. Laut Helmut Hintermeier wird über die Hälfte aller Pollenhöschen von den Bienen zwischen 7 und 9 Uhr eingetragen.
Aber nicht nur die Honigbienen profitieren. Laut Paul Westrich ist der Pollen für 41 Furchenbienenarten, 28 Sandbienenarten und 3 Mauerbienenarten wichtig, der Nektar wird natürlich auch von einer grossen Vielfalt anderer Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen genutzt.
Was man oft vergisst, sind die Vögel ... von den kleinen gerippten Samen ernähren sich zum Beispiel Grünfinken,Gimpel und Stiglitze. Und jedes Kind kennt das schöne Pusteblumenspiel, bei dem die kleinen Schirmchen die Samen weit tragen und die nächste Löwenzahngeneration auf den Weg schicken, sehr zum Ärger aller Besitzer eines “englischen Rasens”.
Interessanterweise gibt es sehr viele Löwenzahnpflanzen, die einen drei- oder sogar vierfachen Chromosomensatz (statt dem normalen zweifachen) tragen und sich somit nicht mehr mit anderen Löwenzahnpflanzen kreuzen können, was eine Unmenge Unterarten und Sonderformen hervorbringt. Was unseren Bienen völlig egal ist, sie besuchen alle Formen und benötigen über 100‘000 Blütenbesuche für 1 kg des aromatischen Honigs.
Durch die lange Pfahlwurzel ist der Löwenzahn nicht nur schwer aus dem Rasen zu bekommen, er hilft der Pflanze sehr bei der  Wasserversorgung, da er Nachschub aus 1 bis sogar 2 Meter Tiefe holen kann ... Trockenheit macht ihm so nicht viel aus und auch die schmalste Ritze im Asphalt kann er für sein Dasein nutzen.
Auch den Menschen hat er schon durch schwere Zeiten geholfen, da er in Hunger- und Kriegszeiten als Nahrungsmittel und seine Wurzel auch als Kaffeeersatz herhielt.
In Frankreich wird er heute noch feldmässig angebaut und vor allem gebleicht auf Märkten verkauft. Vor der Blüte sind die Bitterstoffe noch  nicht so ausgeprägt und so kann man ihn auch bei uns nutzen, wenn man eine dementsprechende Wiese kennt. Doch leider muss man da sehr aufpassen, wie meine Bilder zeigen ... an einem Tag eine herrliche Löwenzahnwiese, ein paar Tage später schon ein mit Glyphosat behandeltes Maisfeld. Was die Berater des Landwirtschaftsamtes als wegweisend und bodenschonend anpreisen, die pfluglose Saat des Maises, könnte für unseren Honig zur Gefahr werden, wie die Ereignisse in Deutschland zeigen. Dort musste eine Imkerei zwei Mal ihren gesamten Honig vernichten, da die Bienen auf solchen blühend abgespritzten Feldern gesammelt hatten! Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig die Information der Landwirte und die Zusammenarbeit mit ihnen ist  - denn kein Bauer wird absichtlich so einen Schaden anrichten wollen.

Auch bei den Gartenbesitzern gilt es, den Löwenzahn ein besseres Image zu geben. Schliesslich kann man ihn für die Gesundheit nutzen und so einen Mehrwert vom “Unkraut” erhalten, das sowieso nur schwer aus dem Garten zu vertreiben ist. Der Löwenzahn trägt nicht umsonst im lateinischen Namen das “officinale”, wie die meisten grossen Heilpflanzen auch.
Er ist harntreibend, leberschützend, regt den Gallenfluss an, hilft bei Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Seine Extrakte haben sich als krebshemmend erwiesen und als leistungssteigernd.
Er ist es also wirklich wert, mehr geschätzt zu werden .. .sowohl als Viehfutter als auch als Nahrungsmittel.

Margit Siegrist

Liebe Imkerinnen und Imker

Die Bienen sind fleissig unterwegs, nur wir dürfen uns im Moment nicht treffen, um uns auszutauschen. BienenSchweiz und der Bienengesundheitsdienst BGD bieten in dieser schwierigen Zeit ein neues Dienstleistungsangebot an. Bitte macht rege Gebrauch davon.

Newsletter: Interessierte können sich unter www.bienen.ch/newsletter ab sofort für den neuen BGD-Newsletter anmelden.

Online Live-Veranstaltungen: Ab dem 21. April bietet der BGD übers Internet kurze Weiterbildungssequenzen à ca. 30 Minuten an. Für die Teilnahme braucht es lediglich einen Computer mit einer einigermassen schnellen Internetverbindung. Der Zugriff erfolgt entweder über einen Internetbrowser (Chrome, Edge, Firefox, Internet Explorer 11 oder Safari) oder über ein Microsoft Teams-Konto. Eine vorzeitige Anmeldung ist nicht nötig, da die Teilnehmerzahl für diese Art von Anlass nicht beschränkt ist.

Die Links zu den geplanten Anlässen (Thema, Datum/Zeit und Teilnahmelink) sind unter www.bienen.ch/bgd-anlaesse ersichtlich.

Handyvideos: Anhand von kurzen Handyvideos zeigen BGD-Mitarbeitende aktuell auf dem Bienenstand anfallende Arbeiten. Die ersten Videos werden Ende April/Anfang Mai online sein. www.bienen.ch/merkblatt

Soeben hat Agroscope, Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld/Bern die Broschüre "Wichtige Pollen- und Nektarquellen für die Honigbienen in der Schweiz" veröffentlicht.
Diese Broschüre soll die Bedeutung der verschiedenen Trachtpflanzen in eurer Umgebung sowie die Pollenvielfalt mit ihren subtilen Farbvarianten aufzeigen. Vielleicht erkennt ihr du bald das eine oder andere Pollenhöschen, welche eure Bienen im Verlaufe der Bienensaison sammeln.

Diese Broschüre findet ihr auf der Website: www.apis.admin.ch >Bienenprodukte >Pollen.

Liebe Imkerinnen und Imker,
Im Frühling werden in der Landwirtschaft wieder vermehrt Pflanzenschutzmittel eingesetzt, weshalb die Gefahr von Bienenvergiftungen jetzt am grössten ist. Besonders hoch ist das Risiko bei Bienenständen in der Nähe von Obstkulturen oder Raps. Der BGD empfiehlt, zu landwirtschaftlichen Kulturen einen Mindestabstand von 50 m einzuhalten. Von einer Vergiftung sind in der Regel alle Völker betroffen. Weitere Merkmale finden Sie im Merkblatt 3.1.2. Bienenvergiftung.
Kontaktieren Sie im Verdachtsfall umgehend den Bienengesundheitsdienst (Telefon 079 199 82 14 oder E-Mail marianne.tschuy@apiservice.ch). Jede Verdachtsmeldung ist wichtig, um die Lebensbedingungen unserer Bienen zu verbessern. Die über den BGD laufenden Analysen sind für Schweizer Imkerinnen/Imker kostenlos.

Der Bienengesundheitsdienst hat den Bericht «Bienenvergiftungen 2019» und das neue Merkblatt «1.4.7. Vermehrung aus dem Schwarmtrieb» soeben aufgeschaltet.

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Liebe Grüsse und einen schönen Tag,
Anja Ebener

Geschäftsleiterin apiservice gmbh
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M 079 940 21 39
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