Author Archives: Andreas Landolf

Die (Herbst)Aster
Wenn man um diese Zeit durch die Gärten streift, fallen sie einem sofort ins Auge ... von Weiss über Rosa, Lila, Violett bis ins Bläuliche hinein, in verschiedenen Höhen und Wuchsformen gibt es sie in fast unendlich scheinender Vielfalt.
Sie geben sogar nicht nur ihrer Familie den wissenschaftlichen Namen „Asteraceae“ (Korbblütler), sondern sogar der ganzen Ordnung „Asterales“ (Asternartige). Die lateinische Herkunft des Namens (von astrum, Stern) erklärt sich durch die strahlenförmige Anordnung der Blütenblätter, die ihnen das typische Aussehen gibt.
Die ersten Astern fangen schon im Mai an zu blühen, aber da sie um diese Zeit sehr viel Konkurrenz haben, fallen sie eigentlich kaum auf ...
Was sich schlagartig ändert, sobald rundherum kaum noch etwas in der „grünen Wüste“ Nahrung bietet. Dann summt und flattert es um die Astern herum, dass es eine wahre Freude ist! Und so haben sich in meinem Garten natürlich eher die herbstblühenden Exemplare angehäuft.
Selbst als Purist, der nur einheimische Stauden im Garten haben möchte, kommt man im Herbst kaum um sie herum ... denn wenn unsere einheimischen Pflanzen ihren Lebenszyklus fast abgeschlossen haben, bieten vor allem die nordamerikanischen Steppen noch wunderschöne Blütenstauden an. Unter anderem eben die bekannten Herbstastern wie Rauhblatt- und Glattblattastern. Sie werden übrigens laut Wikipedia nicht mehr unter dem Artnamen „Aster“, sondern neu unter „Symphyotrichum“ geführt. Aber die Freizeit- und Erwerbsgärtner ziehen alle verständlicherweise den alten Namen vor.
Alleine die zwei Asternarten weisen schon eine riesige Sortenvielfalt in den Gärtnereien auf. Von 50 cm bis 150 cm oder mehr, in allen eingangs genannten Blütenfarben findet man leicht seine Lieblinge. Nur die gefüllten Blüten sollte man natürlich meiden, wenn man den Insekten auch eine Freude gönnen will.
Diese Stauden lieben alle die Sonne und lockeren, nährstoffreichen Gartenboden. Sie vertragen zwar recht gut die Trockenheit, aber ein bisschen mehr Wasser darf es schon sein, gerade bei den grossen Sorten.
Ein kleiner Trick hält übrigens grosse Sorten etwas niedriger und sorgt für mehr Verzweigungen und damit Blüten: der sogenannte „Chelsea Chop“. Ende Mai (eben gleichzeitig mit der in England bekannten RHS Chelsea Flower Show – Gartenausstellung) werden die Astern um etwa ein Drittel zurückgeschnitten. Damit bleiben sie etwas kleiner, kompakter und setzen meist auch mehr Blüten an. Wenn man eine Staude nur teilweise kürzt (oder bei mehreren Stauden manche schon, andere dagegen nicht) kann man übrigens die Blütezeit auch erheblich verlängern! Das klappt nicht nur bei Astern, sondern bei vielen anderen Gartenstauden genauso ...
Während man für sonnige Standorte eine grosse Auswahl hat, wird es im Halbschatten z.B. unter Bäumen schwieriger. Aber da gibt es glücklicherweise die Waldastern (A. divaricatus) und die Wildastern (A. ageratoides), die zwar nicht so grosse spektakuläre Blüten und Blütenfarben haben, dafür aber anspruchslos und trockenheitsverträglich zwischen Gehölzen ihr Dasein fristen können.
Auch wer unbedingt einheimische Vertreter sucht, der findet einige Arten wie die Berg- und Alpenaster. Oder die in allen Bereichen aus dem Rahmen fallende Goldaster (A. linosyris). Es fängt schon bei der Blüte an: (unter Astern einzigartig) goldgelb und ohne die typischen Zungenblüten. Mit nadelartigen Blättern und wolligen Samenständen ist sie auch ausserhalb der Blütezeit schön ... und die dauert lange, von August bis Oktober. Sie verträgt auch ausgesprochen gut die Trockenheit und ist mit etwa einem halben Meter nicht allzu hoch.
Wenn man Astern im Garten ansiedeln möchte, achtet man am besten auf Bienen und andere Blütenbesucher. Denn nicht jede Aster bietet anscheinend genügend Nektar und Pollen um attraktiv zu sein!
Im Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch sind Myrtenastern (A.ericoides) und Rauhblattastern (A. novae-angliae) mit dem Pollen- und Nektarwert 3 aufgeführt (die Pollenhöschenfarbe ist jeweils gelb). Aber selbst innerhalb dieser Arten ist die Schwankungsbreite des Bienenbesuchs gross
Also geht man entweder in den Gärtnereien zur Blütezeit spazieren und schaut, wo es summt und brummt ... oder man verlegt sich darauf, andere Gartenbesitzer mit stark beflogenen Astern um Ableger zu bitten.
Denn das Vermehren der Stauden ist problemlos ... einfach ein bewurzeltes Stückchen abtrennen und mit der Zeit wird daraus wieder eine vollwertige Pflanze. So haben schon einige Astern den Weg in meinen Garten gefunden, weshalb ich auch nicht mit Sortennamen dienen kann (aber eben mit Ablegern!).
Pflegeleicht sind die Stauden eigentlich alle ... im Frühjahr zurückschneiden, vielleicht noch einen Chelsea Chop, und fertig.
Sollten die Stauden nach langer Zeit (10 Jahre plus) mal innen verkahlen, teilt man sie und sie wachsen fröhlich weiter.
Auch die Samen kann man verteilen ... mein Sohn hat einmal alle für ihn erreichbaren Samen sorgfältig verteilt. Seitdem wachsen selbst an den unmöglichsten Standorten Astern. Selbst im ansonsten kahl gekratzten Hühnergehege hält sich eine Staude tapfer. Und auch im Steingarten der Nachbarn blüht es!
Da sie aber nicht lästig werden und an unpassenden Orten mit einem Handgriff zu entfernen sind (sie treiben keine Pfahlwurzeln, die wieder ausschlagen könnten), wird das gerne geduldet.

Margit Siegrist

Verschiedene Waldastern
Verschiedene Herbstastern

Goldrute (Solidago)
Heute möchte ich euch eine Pflanze vorstellen, bei deren Name sich die Nackenhaare von vielen Naturfreunden reflexartig sträuben, die aber auch unbekannte Seiten hat und unseren Bienen, Hummeln und Schmetterlingen verlässlich über eine blütenarme Zeit hilft.
Die Goldrute hat leider keinen guten Ruf und eine durchgehend schlechte Presse ... so schlecht, dass ganz vergessen gegangen ist, dass es auch eine einheimische Goldrutenart gibt!
Die Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) wird teilweise sogar von wohlmeinenden Spaziergängern ausgerissen, obwohl sie kein Neophyt und in Mitteleuropa heimisch ist. Von den beiden Neuzuzüglern Riesengoldrute und Kanadische Goldrute ist sie eigentlich gut zu unterscheiden, da der Blütenstand viel lockerer und die Einzelblüten grösser sind. Sie besiedelt gerne trockene, nährstoffarme Standorte, oft an Waldrändern oder Waldlichtungen und so kann man sie auch im Garten gut verwenden, gerade in naturnahen Pflanzungen macht sie sich sehr gut.
In manchen Gärtnereien kann man auch eine Zwergform von ihr erwerben (Zwerggoldrute, Solidago virgaurea var. minutissima), die nur 5-10cm hoch wird und sich ausgesprochen gut auf Mauerkronen, in Steingärten oder auch in sogenannten „Tischgärtchen“ kombinieren lässt.
Die beiden anderen häufigsten Goldruten (immerhin umfasst der Begriff „Goldruten“ laut Wikipedia um die 100 Arten, die hauptsächlich in Nordamerika beheimatet sind), die für den schlechten Ruf dieser Familie gesorgt haben, sind die Riesen- oder Späte Goldrute und die Kanadische Goldrute. Die Namen sind etwas irreführend, da die Kanadische Goldrute eigentlich später blüht und meist höher wird. Man kennt sie besser an den elegant geschwungenen, lockeren Rispenästen und an den behaarten Stängeln im unteren Bereich. Sie ist übrigens schon seit 1648 in Europa angekommen!
Die Riesengoldrute (Solidago gigantea) blüht deutlich spektakulärer und in dichten Rispen, ein Anziehungspunkt für viele Insekten im Herbst. Wenn man sie im Garten hat, wird man immer wieder mal auf den „bösen Neophyten“ angesprochen, obwohl es sie in vielen, auch nicht wuchernden Sorten gibt. Leider werden da alle Goldruten unter Generalverdacht gestellt, obwohl sie durchaus wertvolle Gartenpflanzen sind, vor allem mit Blick auf den Klimawandel.
Im Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch wird beiden Neophyten der Nektarwert 3 und der Pollenwert 2 (von 4 möglichen Stufen) zugewiesen und die lange, späte Blütezeit macht sie doppelt wertvoll.
So weitverbreitet und verhasst die Goldruten sind, so überschätzt wird auch ihr Schadpotenzial. Wirklich Probleme machen sie vor allem auf Magerrasen, wo sie mit ihren Ausläufern die einheimische Flora verdrängen können. Meist jedoch wächst die Goldrute auf ruderalen Standorten, d.h. auf vom Menschen geschaffenen Brachflächen, wo sie durchaus eine Bereicherung darstellen kann. Denn wir Imker können unsere Bienen mit Zuckerwasser füttern, aber den Hummeln und Wildbienen können wir so nicht über die blütenarme Spätsommer- und Herbstzeit helfen. Unsere Honigbienen profitieren trotz Zuckerfütterung auch vom Pollen, den wir nicht wirklich in irgendeiner Form ersetzen können und für die Gesundheit der Bienenvölker immens wichtig ist.
Apropos Gesundheit: nicht umsonst hat die heimische Goldrute auch den Beinamen „Jakobsstab“ oder „Heidnisch Wundkraut“, denn sie ist auch in der Naturheilkunde bekannt. Sie wird bei Nierenleiden als Tee eingesetzt, gilt als stoffwechselfördernd und stärkt die Gefässwände. Bei Asthma und Keuchhusten wird ihr schleimlösende Wirkung nachgesagt.
Im Mittelalter wurde sie zur Wundbehandlung eingesetzt und sogar als Wünschelrute zur Suche von Goldschätzen! Zudem sollten lockere Zähne durch ihre Wirkung wieder fest werden, wohl eine vergebliche Hoffnung.
Zu guter Letzt wurde und wird sie wieder als Färbemittel eingesetzt, sie färbt Stoffe in einem schönen Goldgelb.
Alles Gründe, diese Pflanze ein bisschen zu rehabilitieren und in den Garten zu holen. Es gibt sehr unterschiedliche Zuchtformen, die sich schön z.B. mit Herbstastern kombinieren lassen. Die Wuchshöhen reichen von 5cm bis 2m, fast alle vertragen sehr gut Trockenheit und sind sehr pflegeleicht. Ein Rückschnitt nach der Blüte reicht – womit auch das Thema der unerwünschten Verbreitung erledigt wäre.
Oder man setzt gleich die einheimische Gewöhnliche Goldrute und fördert so deren Verbreitung!
Margit Siegrist


Vergleich des Blütenstandes der Kanadische Goldrute links zur Gewöhnlichen Goldrute rechts. Aus "Was blüht denn da?" Kosmos-Naturführer
 

Bergbohnenkraut  (Satureja montana)
Reine Zierpflanzen gibt es kaum in meinem Garten, die meisten Bewohner haben einen doppelten oder dreifachen Nutzen. Warum eine Pflanze setzen und pflegen, die nur schön ist? Sie soll bitte auch einen Beitrag leisten, sei es für die Bienen oder für die Küche ... und am besten beides.
Das Bergbohnenkraut erfüllt alle Wünsche ... die Bienen lieben es, in der Küche ist es ein Tausendsassa und pflegeleicht ist es auch noch. Besser geht es kaum und dementsprechend häufig wächst es überall ums Haus herum.
Ursprünglich stammt die Pflanzenfamilie aus dem südlichen Europa und so sind auch ihre Ansprüche an den Standort. Sie liebt es warm, trocken und sonnig, ist ideal im Steingarten oder an heissen Plätzen im Garten, wo andere Pflanzen Mühe haben.
Sie versamt sich auch gerne, was aber nie lästig wird (man könnte allerdings auf den Gedanken kommen, den einen oder anderen Steingarten/wüste damit zu bestreuen....). Möchte man eine besonders schöne Pflanze vermehren, reicht es, ein Zweiglein im Herbst oder Frühjahr an der gewünschten Stelle tief in den Boden zu stecken und es treibt recht zuverlässig aus.
Die Blütenfarbe der Lippenblütler reicht je nach Sorte von reinweiss bis kräftigem Lila und wird überdurchschnittlich gerne von Bienen besucht. Bei G. Pritschs Buch „Bienenweide“ ist sie mit „nur“ Nektarwert 2 (von 4) und Pollenwert 1 (von 4) angegeben, was sich vermutlich eher auf die einjährige „Schwester“ Bohnenkraut bezieht. Diese wird häufiger über Samen im Garten angebaut, ist aber vom Geschmack her nicht so kräftig und muss jedes Jahr wieder gesät werden.
Das Bergbohnenkraut dagegen ist ein immergrüner Halbstrauch, was den Vorteil hat, dass es auch im Winter verfügbar ist (manchmal wird es deshalb auch Winterbohnenkraut genannt). Vorräte anlegen muss man so auch nicht, selbst im Schneetreiben (was die letzten Jahre sowieso selten war) lässt sich noch genügend für die Küche finden!
Dort kann man es fast überall einsetzen, je nach Sorte. Gemüse, Fisch, Fleisch, Geflügel ,Lamm, Hackfleisch, Pfannengerichte, alles profitiert vom feinherben Aroma.
Je nach Gericht und Vorlieben kann man entweder die Blättchen abzupfen und fein hacken oder man legt einen ganzen Zweig in die Pfanne und entfernt diesen vor dem Servieren.
Die häufigsten Sorten in meinem Garten möchte ich Euch noch kurz vorstellen:
Das einfache Bergbohnenkraut ist etwa 20-40cm hoch, blüht eher weiss und ist fast überall im Garten anzutreffen.
Die Sorte „Satyrion“ wächst etwas höher, ist überhaupt starkwüchsiger und sehr blühfreudig. Man kann es bestens als Dufthecke z.B. im Kräutergarten verwenden.
Der Gegensatz dazu ist das Kriechende Bergbohnenkraut (Satureja montana spicigera), dass nur 10-15cm hoch wird und schön weiss blüht. Da es spät austreibt, kann man es wunderbar mit Krokussen oder Wildtulpen kombinieren ... die eine Pflanze stört die andere nicht durch einen Kampf ums Licht.
Zwischen den beiden Grössenextremen gibt es noch das besonders hübsche Zwergbergbohnenkraut (S.m. ssp. Illyrica), das kräftig lila und etwas später, wie das normale Bergbohnenkraut blüht.
Für die Küche extra interessant ist das Zitronenbergbohnenkraut (S.var.citriodora), dass weniger herb, dafür eben zitronig schmeckt ... fast ein bisschen wie Zitronenthymian, das es ergänzen oder sogar ersetzen kann. Es wird etwa 20-30cm hoch.
Zuletzt gibt es noch die Sorte „Aromakugel“ und dementsprechend wächst der Strauch kugelig-kompakt und hat ein sehr kräftiges, fast pfefferartiges Aroma.
Alle Bergbohnenkräuter blühen etwa August bis September, eventuell in den Oktober hinein und sind ein magischer Anziehungspunkt für unsere Honigbienen.
Die einzige Pflege, die diese Sträucher nach dem Einwachsen brauchen, ist ein Rückschnitt im Frühjahr auf 1/3 der Höhe, damit sie kompakt bleiben. Unterlässt man dies, ist das aber auch nicht weiter schlimm, es leidet nur die Schönheit, nicht der Nutzen!

Margit Siegrist

Bergbohnenkraut  (Satureja montana)

Der (Grün)Spargel (Asparagus officinalis)
Diesen Monat möchte ich euch eine Gartenpflanze ans Herz legen, die nicht nur - wie sonst üblich - in den professionellen Gemüsefeldanbau verbannt werden sollte.
Die Heimat des Spargels ist Mittel- und Südeuropa, er wächst bei uns aber auch ab und zu verwildert auf passenden Böden. Am liebsten mag er sandiges Terrain, das keine Staunässe aufweisen sollte, da sonst seine Wurzeln verfaulen.
Die meisten Leute kennen ihn aber wohl nur als mehr oder weniger bleiches Etwas auf dem Teller, mit Sauce hollandaise oder Schinken garniert. Aber er hat auch durchaus Qualitäten, die man im eigenen Garten gebrauchen kann!
Wenn man eine elegante, niedrige Sichtschutzhecke pflanzen möchte, denkt man selten an den Spargel. Auch als Bienenweide ist er nicht wirklich bekannt. Und möchte man ohne viel Aufwand feines Gemüse ernten, ist so eine Hecke ideal.
Denn nur der weisse Bleichspargel ist sehr arbeitsaufwendig, da er vor dem Austrieb in etwa 25cm Tiefe geerntet wird und deshalb einen Damm benötigt.
Dagegen wird grüner (oder violetter) Spargel einfach über der Erde abgeschnitten, in der Länge, in der man ihn in der Küche haben möchte.
Ist die Ernte spätestens an Johanni (24. Juni) abgeschlossen, gibt man der erschöpften Pflanze eine angemessene Menge Kompost oder Mist und lässt sie wachsen.
Heraus kommt eine hübsche, filigrane Hecke mit immerhin 1,50 bis 2m Höhe, die bestens vor Wind oder Blicken schützt und sich bald mit kleinen, unscheinbaren Glöckchen ziert. Diese winzigen, grünlichen Blüten haben es allerdings in sich...mit immerhin Nektar- und Pollenwert 3 (von 4 Stufen, nach Pritsch). Dementsprechend gerne werden sie von Honig- und Wildbienen besucht, wobei der erstaunlich farbige Pollen bald dicke Pollenhöschen bildet. Im Dickicht der Spargeltriebe fallen die Bienen und Hummeln nur durch ihre knallorangene Pollenfracht und eifriges Summen auf.
Wer so eine Spargelhecke pflanzen möchte, kann im Frühjahr in fast jedem Gartencenter die seesternartigen Wurzeln kaufen. Meist werden allerdings rein männliche Hochleistungssorten angeboten, die durch Samen nicht vermehrt werden können. Aber auch alte Sorten lassen sich finden, wenn man darauf Wert legt.
Hat man die Rhizome erstanden, legt man an der Stelle der gewünschten Hecke einen rund 30 cm tiefen Graben an, lockert dort nochmals die Erde und arbeitet Kompost oder anderen organischen Dünger ein. Die Wurzeln werden in den Graben gelegt, die „Arme“ schön ausgebreitet und dann mit Erde bedeckt.
Die ersten zwei Jahre sollte man nicht oder nur wenig ernten, damit er Reserven anlegen kann ... dann kann man mit etwa 8 Stöcken eine Familie schon gut mit dem Edelgemüse versorgen, je nach Wetterlage!
Mit der Kirschreife beziehungsweise nach Johanni wird die Ernte - wie schon gesagt - beendet, damit die Pflanze sich wieder erholen kann. Je nach Klima und Sorte blüht der Spargel dann vom Juni bis in den September hinein und später zieren rote Beeren die Sträucher. Im Herbst braucht man dann nur noch ein Mal die Schere in die Hand nehmen und die vergilbten Stängel abzuschneiden, mehr Arbeit macht die Kultur des Grünspargels nicht. Im Winter ist von der recht hohen und dichten Hecke nichts zu sehen und so kann man das Licht geniessen, dass eine immergrüne Hecke um diese Zeit nicht durchlassen würde. Wird es wieder warm und der Garten als Aufenthaltsort attraktiver, wird auch der Spargel wieder verlässlich auftauchen!

Margit Siegrist

Grünspargel
Hecke aus Grünspargel