Author Archives: Andreas Landolf

Ab Freitag 7. Februar können die Daten zur Stichtagserhebung 2020 via Internet erfasst werden. Die Anwendung ist vom 7. bis 25. Februar 2020 dafür geöffnet. Weiterführende Informationen finden Sie hier:

http://gelan.ch/images/content/pdf/Stichtag_20.pdf

Den Zugang zu den Erhebungen (GELAN-Anwendung) finden Sie hier: www.agate.ch

In der GELAN-Anwendung finden Sie unter dem Menüpunkt „Information/Aktuelles“ eine Bedienungsanleitung sowie weitere Dokumente, die Ihnen beim Ausfüllen der Erhebung helfen werden.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Erhebungsstelle. Um den Support und das System möglichst gleichmässig auszulasten, bitten wir Sie, Ihre Erhebung frühzeitig abzuschliessen.

Amt für Landwirtschaft des Kantons Freiburg
Abteilung Direktzahlungen

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Diesen Monat möchte ich eine wohl allseits bekannte und beliebte Blume kurz vorstellen: das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis).
In normalen Wintern sind sie die ersten Anzeiger für den kommenden Frühling und stecken ihre Köpfchen oft vorwitzig aus dem Schnee. Dieses Jahr haben sie allerdings kein Problem mit der weissen Pracht ... und sie sind auch schon seit Januar am Blühen!
Die 20 bekannten Arten des Schneeglöckchens (und geschätzte 800 gezüchtete Sorten!) sind Teil der Familie der Amaryllisgewächse, die man doch eher mit edlen Riesenblüten auf der Fensterbank verbindet als mit zartweiss-grünen Blütenköpfchen am Gehölzrand im Garten. Der deutsche Name Narzissengewächse  ist dann schon eher vertraut.
Und noch etwas ist kaum bekannt: das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Duftpflanzen des Jahres! Das mag damit zu tun haben, dass man sich um diese Jahreszeit eher nicht auf den nass-kalten Boden knien möchte ... auch ohne Schneematsch kein Vergnügen.
Aber auch an inneren Werten hat die kleine Blume etwas zu bieten: immerhin nach Pritschs „Bienenweide“ einen Nektar-und Pollenwert von 2 (von 4 Stufen). Zusammen mit der sehr frühen Blütezeit ist das ein guter Grund, die Pflanze im Garten oder am Bienenstand anzusiedeln.
Am Besten  geht das über Zwiebeln im Herbst, wobei es sich auch hier wieder lohnt, sie von einer verlässlichen Bezugsquelle zu kaufen. Das Elwes-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) stammt zum Beispiel oft aus Wildsammlung, was weder gut für den Wildbestand noch für den Gartenbesitzer ist, da sich die Blumen oft nicht recht etablieren wollen und bald verschwinden.
Bei uns heimisch ist übrigens nur das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), mit dem ist man so immer auf der sicheren Seite.
Wer schon über grosse Horste dieser Pflanze verfügt, kann diese direkt nach der Blüte teilen und mitsamt der anhängenden Erde vorsichtig verpflanzen. Hat man den richtigen Platz gewählt, vermehren sich die Schneeglöckchen willig. Nach der Fruchtreife erschlaffen nämlich die Stiele und der Fruchtkoten senkt sich zur Erde, genau in die Reichweite der Ameisen. Diese lieben den nahrhaften Lockstoff, der an dem Samen klebt (Elaiosom nennt sich das) und schleppen die Samen quer durch den Garten. Kaum sauber abgefressen, lassen sie den Samen einfach liegen ... und wenn der Platz passt, wächst bald die nächste Schneeglöckchengeneration.
Am liebsten steht die Blume am Gehölzrand und unter lichten Sträuchern, aber sie wächst auch unter spät austreibenden Stauden und lässt sich sogar auf dem Rasen ansiedeln – er darf nur nicht zu trocken sein und der Rasenmäher muss warten, bis sie ihre Blätter nach der Blüte eingezogen haben.
Sehr schön und für die Bienen nützlich ist auch die Kombination mit frühen Elfenkrokussen und Winterlingen!
Kompost oder andere Düngergaben mögen sie übrigens gar nicht, da gibt es nur viele lange Blätter und wenig Blüten.
Eine perfekte Pflanze für den ruheliebenden Gärtner also: einmal gepflanzt, will sie nur ihre Ruhe und blüht und verbreitet sich von ganz alleine ,,,.

Margit Siegrist

Warum haben unsere Orangen, Mandarinen und Zitronen, die wir so gerne um diese Zeit geniessen, eigentlich kaum oder keine Kerne?
Eigentlich eine Eigenschaft, über die man als Verbraucher gar nicht nachdenkt. ... die man bei unseren heimischen Äpfeln, Birnen etc. aber nie findet.
Persönlich hielt ich dies immer für eine Sorteneigenschaft ... wie die bekannten kernlosen Tafeltrauben, die durch Veredelung vermehrt werden und nie selber Kerne bilden.
Aber als wir diesen Oktober bei einer Bekannten auf der schönen italienischen Insel Ischia zu Besuch waren, fiel mir eine Bemerkung der Gastgeberin auf: Ihr Nachbar hätte lange Bienen in den Zitronenhainen oberhalb des Ortes gehalten, wäre aber jetzt dort weg gezogen und hätte deshalb den feinen Zitronenhonig nicht mehr. Auf das Warum hatte sie keine Antwort.
Im „Deutschen Bienenjournal“ vom November 2019  stand  in der Spalte „Kurz zitiert“ dann die Antwort: Als Bericht von der Apimondia  „Die Bienen müssen weg, wenn die Zitrusbäume blühen“.
Dort stand, das die spanischen Imker einen jahrelangen Streit gegen die Zitrusbauern verloren hätten und ihre Bienen auf Weisung der Provinzbehörde Valencia aus den blühenden Obstgärten abziehen müssten, wenn dies der Besitzer verlangt.
Denn was für die Imker feinen Zitrusfrüchtehonig bedeutet, bedeutet für den Bauern eben Kerne, die der Verbraucher nicht in den Früchten möchte!
Denn anders als unsere heimischen Obstbäume bilden die meisten Zitrusbäume durchaus Früchte, wenn sie nicht bestäubt wurden.
Dies geschieht vornehmlich durch Insekten und nur zum Teil auch durch Wind oder Selbstbestäubung. Keine Insekten und möglichst nur die gleiche Sorte in der Nähe verhelfen so zu (fast) kernlosen Früchten.
Leider habe ich keine Untersuchung gefunden, die die Inhaltsstoffe dieser künstlich kernlosen Früchte mit den kernhaltigen Exemplaren vergleicht.
Ob es da wohl einen Unterschied gibt?
Schliesslich gibt es bei unseren Äpfeln die Erkenntnis, dass voll bestäubte Exemplare mit vielen Kernen mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe besitzen als unzureichend bestäubte. Und die wertvollsten Exemplare (von der Gesundheit aus gesehen) sind übrigens die Äpfel „mit Wurm“, da der Baum sich mit verschiedenen Stoffen gegen den Befall wehrt.
Zurück zu den Zitrusfrüchten. Da gibt es noch weitere Kuriositäten im Anbau und Verarbeitung! Zum Beispiel die „Entgrünung“. Reife Zitrusfrüchte haben nicht unbedingt die typische Farbe, die wir gewohnt sind. Die Farbe entsteht nämlich nicht durch die Reife der Frucht, sondern durch die Einwirkung von Kälte während der Reifezeit.
Da der Verbraucher aber keine grünen Früchte kauft, werden sie eben künstlich „entgrünt“, mit Wärme und/oder Ethylenbegasung. Die dabei entstehenden Qualitätseinbussen werden in Kauf genommen, weils ja keiner weiss.
Damit die Ernte rationeller wird und man nicht dauernd durchpflücken muss, werden die Bäume gerne einer „Stressperiode“ ausgesetzt, z.B. durch Abstellen der Bewässerung. Danach blühen sie alle gleichzeitig und reifen auch passend alle zusammen.
Sehr interessant ist in dem Zusammenhang der Film „die normale Orange“ von Gebana auf Youtube.
Apropos Gebana ... wer richtig feine Orangen, Zitronen und Grapefruit kosten will, für den lohnt sich der Abstecher auf Gebana.com. Diese kleine Firma hat sich darauf spezialisiert, weltweit „ab Hof“ zu liefern. Im Gegensatz zum Detailhandel liefert der Bauer nicht nach Termin, sondern dann, wenn er die Früchte für reif befindet.
Aber das Warten lohnt sich, denn die Früchte sind unübertroffen gut. Ab und zu finden sich eben dann auch Kerne darin. Wenn man aber weiss, warum, dann kann man – vor allem als Bienenhalter - damit bestens leben, oder?
Margit Siegrist

Die Christrose
In der schweigenden Welt,
Die der Winter umfangen hält,
Hebt sie einsam ihr weisses Haupt,
Selber geht sie dahin und schwindet
Eh der Lenz kommt und sie findet,
Aber sie hat ihn doch verkündet,
Als noch keiner an ihn geglaubt.
(Johannes Trojan 1837-1915)

Weihnachts-Sondertracht
Die milden Temperaturen lassen unsere Zöglinge ausfliegen. Die Christrosen im Garten sind in voller Blüte und tatsächlich entdeckt man Bienen auf den Blüten. Ein wahres Weihnachts-geschenk für die emsigen Sammlerinnen.

Der Vorstand wünscht euch allen ein schönes Weihnachtfest, ein gutes, erfolgreiches neues Jahr, gute Gesundheit, viel Freude, Zufriedenheit und Glück.

Ja ..., wird jetzt der eine oder andere Leser fragen, blüht denn da noch etwas?
Doch, es blüht noch so einiges bei mir im Garten, das erwähnenswert wäre – auch wenn unsere Bienen wegen dem durchwegs trüben Wetter dieses Jahr nicht vorbei schauen und naschen können.
Aber heute möchte ich noch schnell vor Ende Dezember (die Zeit vergeht!) darauf hinweisen, dass noch Pflanzzeit für Krokusse ist! Denn wo man nichts setzt, kann auch im nächsten Frühjahr nichts blühen...dann wenn die Bienen und die ersten Hummeln dringend frischen Pollen benötigen und diese Blüten dankbar annehmen würden.
Vor allem der Elfenkrokus (Crocus tommasinianus) ist eine gute Wahl für alle Insektenfreunde ... er blüht früh und neigt zum Verwildern, wenn ihm der Platz zusagt und man ihm Zeit lässt mit dem Mähen, bis er die Blätter eingezogen hat. Er liebt sonnige bis halbschattige Plätze und eher sandigen Boden ... Staunässe bekommt ihm nicht – wie den meisten Zwiebelpflanzen.
Als Faustregel kommen die Zwiebeln etwa doppelt so tief in den Boden, wie sie hoch sind. Übrigens können Krokusse und auch Tulpen ihre Tiefe im Boden aktiv mit Zugwurzeln verändern, wenn es ihnen nicht so passt wie sie gesetzt wurden ... Insgesamt sind etwa 30 Krokusarten in Kultur, es gibt die verschiedensten Farben und Blütenformen (auch der bekannte Safran gehört zu den Krokussen), manche blühen im Herbst, die meisten im Frühjahr. Über den Daumen gepeilt kann man allerdings sagen, dass je grossblütiger und auffälliger eine Krokusform ist, desto kurzlebiger und aufwendiger in der Pflege ist sie. Für uns Imker sind also eher die Wildformen von Interesse, vor allem auch deshalb, weil sie sicher Nektar und Pollen bieten und man sie zweitens nicht alle Jahre wieder pflanzen muss.
Ein Auge hat man auch besser auf den Lieferanten der Zwiebeln: je stärker sie in der Aufzucht mit Dünger & Co. versorgt wurden, desto weniger kommen sie ohne Fürsorge zurecht und bleiben bald verschwunden.
Eine Entdeckung für mich war da vor zwei Jahren die kleine Versandfirma „Natural Bulbs“ aus Holland, über die mehrere Biobetriebe ihre Blumenzwiebeln selbst vermarkten. Dort gibt es verschiedenste Krokusse in Packungen zwischen 15 und 500 Stück zu vernünftigen Preisen und in sehr guter Qualität und auch das restliche Sortiment an Gartenblumen lässt sich sehen.
So lässt sich selbst ein grosser Bienenstand oder Garten im Frühjahr in ein Blütenmeer verwandeln ... und nur das Wetter muss dann noch mitspielen!
Margit Siegrist