Blüte des Monats Februar

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)

Diesen Monat möchte ich eine wohl allseits bekannte und beliebte Blume kurz vorstellen: das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis).
In normalen Wintern sind sie die ersten Anzeiger für den kommenden Frühling und stecken ihre Köpfchen oft vorwitzig aus dem Schnee. Dieses Jahr haben sie allerdings kein Problem mit der weissen Pracht ... und sie sind auch schon seit Januar am Blühen!
Die 20 bekannten Arten des Schneeglöckchens (und geschätzte 800 gezüchtete Sorten!) sind Teil der Familie der Amaryllisgewächse, die man doch eher mit edlen Riesenblüten auf der Fensterbank verbindet als mit zartweiss-grünen Blütenköpfchen am Gehölzrand im Garten. Der deutsche Name Narzissengewächse  ist dann schon eher vertraut.
Und noch etwas ist kaum bekannt: das Schneeglöckchen gehört zu den ersten Duftpflanzen des Jahres! Das mag damit zu tun haben, dass man sich um diese Jahreszeit eher nicht auf den nass-kalten Boden knien möchte ... auch ohne Schneematsch kein Vergnügen.
Aber auch an inneren Werten hat die kleine Blume etwas zu bieten: immerhin nach Pritschs „Bienenweide“ einen Nektar-und Pollenwert von 2 (von 4 Stufen). Zusammen mit der sehr frühen Blütezeit ist das ein guter Grund, die Pflanze im Garten oder am Bienenstand anzusiedeln.
Am Besten  geht das über Zwiebeln im Herbst, wobei es sich auch hier wieder lohnt, sie von einer verlässlichen Bezugsquelle zu kaufen. Das Elwes-Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) stammt zum Beispiel oft aus Wildsammlung, was weder gut für den Wildbestand noch für den Gartenbesitzer ist, da sich die Blumen oft nicht recht etablieren wollen und bald verschwinden.
Bei uns heimisch ist übrigens nur das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), mit dem ist man so immer auf der sicheren Seite.
Wer schon über grosse Horste dieser Pflanze verfügt, kann diese direkt nach der Blüte teilen und mitsamt der anhängenden Erde vorsichtig verpflanzen. Hat man den richtigen Platz gewählt, vermehren sich die Schneeglöckchen willig. Nach der Fruchtreife erschlaffen nämlich die Stiele und der Fruchtkoten senkt sich zur Erde, genau in die Reichweite der Ameisen. Diese lieben den nahrhaften Lockstoff, der an dem Samen klebt (Elaiosom nennt sich das) und schleppen die Samen quer durch den Garten. Kaum sauber abgefressen, lassen sie den Samen einfach liegen ... und wenn der Platz passt, wächst bald die nächste Schneeglöckchengeneration.
Am liebsten steht die Blume am Gehölzrand und unter lichten Sträuchern, aber sie wächst auch unter spät austreibenden Stauden und lässt sich sogar auf dem Rasen ansiedeln – er darf nur nicht zu trocken sein und der Rasenmäher muss warten, bis sie ihre Blätter nach der Blüte eingezogen haben.
Sehr schön und für die Bienen nützlich ist auch die Kombination mit frühen Elfenkrokussen und Winterlingen!
Kompost oder andere Düngergaben mögen sie übrigens gar nicht, da gibt es nur viele lange Blätter und wenig Blüten.
Eine perfekte Pflanze für den ruheliebenden Gärtner also: einmal gepflanzt, will sie nur ihre Ruhe und blüht und verbreitet sich von ganz alleine ,,,.

Margit Siegrist