Blüte des Monats Mai

Saat-Esparsette  (Onobrychis viciifolia)

Hier möchte ich euch eine alte Futterpflanze vorstellen, die mit der Klimaveränderung sehr gut zu recht kommt und so den Landwirten eine Alternative bietet, die auch den Insekten zugute käme.
Die Saat-Esparsette gehört zu den Schmetterlingsblütlern, wie z.B. die Erbsen, und wie sie kann die Esparsette Stickstoff aus der Luft binden. Dadurch ist sie ein Bodenverbesserer und kann nicht nur als eiweissreiche Futterpflanze, sondern auch als Gründüngung verwendet werden. Ihre Wurzeln können bis zu 4m Tiefe erreichen, damit hat sie bei Trockenheit keine Probleme und lockert verdichteten Boden auch bis weit nach unten auf.
Als wären das nicht schon genug positive Eigenschaften für die Landwirtschaft, legt die Esparsette noch einen oben drauf:  sie wirkt bei Wiederkäuern auch noch entwurmend und kann so Parasitenbefall vermindern. Auf der Website esparsette.ch versucht man, den Anbau zu fördern und den Landwirten eine Vermarktungsplattform zu bieten.
Ursprünglich stammt die Esparsette aus dem Nahen Osten, ist bei uns aber schon seit dem 16. Jahrhundert heimisch und wurde im 18. Jahrhundert sogar im grossen Stil angebaut. Das Insekt des Jahres 2008, das gefährdete Esparsette-Widderchen, ist übrigens auf diese Pflanze für seine Raupen angewiesen.
Aber nicht nur im feldmässigen Anbau macht die Esparsette eine gute Figur, auch im Garten ist sie wunderschön und braucht nie gegossen zu werden. Als ausdauernde Staude wird sie jedes Jahr wieder kommen und immer schöner. Perfekt für den pflegeleichten Garten!
Und auch den Bienen bietet sie viel: Nektar und Pollen satt, laut dem Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch im höchsten Wert 4.
Die Blüte erstreckt sich von Mai bis in den Juli und ist mit den langen rosafarbenen Blütenähren sehr zierend. Manchmal entdeckt man sie heutzutage wild an Strassenböschungen und in Magertrockenrasen, sehr zur Freude der Bienen und Hummeln.
Im Rahmen der Klimaveränderung und einem nötigen Wechsel in der Fruchtfolge (um den Boden zu schonen und Schädlingen die Lebensgrundlage zu entziehen) wäre ihr ein Revival zu gönnen!

Margit Siegrist