Vorstellung Stockwaagensystem HiveWatch und Wachsverarbeitung Stiftung Applico

Am 8. November trafen sich die Imkervereine See und Sense zum gemeinsamen Herbsthöck über die Themen Stockwaagen und Wachsverarbeitung, was doch eine Arbeitserleichterung und damit mehr Zeit für die Bienen verspricht ...
Die Vorstellung begann mit viel Schwung Silvio Ziegler der Firma HiveWatch, die ein innovatives und –im Vergleich mit anderen bekannten Herstellern- günstiges Waagensystem anbietet. Da die Völker im Abstand von nur einer Minute gewogen werden, bietet sich ein sehr interessanter Einblick in das Leben und Verhalten unserer Honigbienen.
Nicht nur die Trachtsituation kann so bewertet werden, sondern auch die ausfliegende Bienenmasse gibt einen guten Hinweis auf die Volksstärke und damit verbundene Sammelkraft. Die Daten werden jeden Tag mehrmals zu HiveWatch gesendet und sind dann für den Benutzer per Computer oder Smartphone einzusehen und zu bearbeiten.
Man kann die Völker getrennt oder einzeln ansehen, die Leistung im Jahresverlauf bewerten und auch mit den Gewichtsverläufen am eigenen Bienenstand oder aus der ganzen Schweiz vergleichen. Zum Beispiel zeigt sich momentan gut, welches Volk schon brutfrei ist und welches noch nicht ... einfach anhand der Gewichtsabnahme pro Woche, da die brutfreien Völker schon deutlich weniger Futter verbrauchen.
Bei einem auffälligen Gewichtsverlust bekommt der Imker eine Nachricht auf sein Mobiltelefon, sei es bei einem Schwarm, Räuberei oder Diebstahl/umgefallener Beute. Auch störende Faktoren wie schlagende Äste im Wind oder sogar ein Spechtbesuch können erkannt werden, ohne das man im Winter jeden Tag eine Runde um den Bienenstand drehen müsste –gerade bei etwas abgelegenen Bienenständen sehr praktisch.

Der zweite Vortrag des Abends bestritt das Team von der Stiftung Applico, das mit viel Herzblut ihr neues Angebot der Wachsverarbeitung vorstellte. Jeder Imker, der schon ein Mal seine Mittelwände selber gegossen hat, weiss, welchen Aufwand das jedes Mal bedeutet. Alles herrichten, den Boden abdecken, das Wachs schmelzen, die Mittelwände herstellen und am Schluss natürlich alles wieder aufräumen. Zudem können die wenigsten Imker ihr eigens Wachs entseuchen, also genügend lange und genügend hoch erhitzen.
Diesen Service bietet nun die Stiftung Applico an, jeder Imker kann sein Wachs ab 4 kg ohne Voranmeldung während der Öffnungszeiten in den Ateliers in Schmitten oder Murten vorbei bringen.
Der Gruppenleiter Viktor Schuwey bat nur darum, schon ausgeschmolzenes Wachs zu bringen und nicht Altwaben, da sie schon ganz am Anfang des Projektes eingehende Erfahrungen mit „etwas zu lebhaftem“ Ausgangsmaterial sammeln durften. Geklärt, entseucht und verarbeitet wird das Wachs jedes Imkers getrennt, so dass die Stiftung auch Biowachs in begrenztem Rahmen verarbeiten darf.
Mit den fertigen Mittelwänden bekommt man auch das Restwachs zurück, das im Topf übrig geblieben ist und beim nächsten Mal wieder mitverarbeitet werden kann.
Im Moment sind Schweizermass, Dadant Blatt und modifiziert, jeweils in Brut- und Honigwabengrösse erhältlich, geplant sind später auch z.B. Mini-Plus.
Die Dienstleistung kostet 34 Franken Grundpauschale und je Kilo 14 Franken ... und so hat man als Imker nicht nur viel Zeit gespart und seine Mittelwände für das nächste Jahr parat, sondern darf auch ein gutes Gewissen haben. Denn die Mitarbeiter der Stiftung haben viel Freude an dem neuen Arbeitsbereich und das merkt man!

Margit Siegrist