, Siegrist Margit

Mahonie (Mahonia ssp.)

Nektarwert: 2 Pollenwert: 3 Pollenfarbe: schwefelgelb

Wer eine immergrüne, schattenverträgliche Unterpflanzung von Bäumen mit Wert für unsere Bienen sucht, kommt an der Gruppe der Mahonien eigentlich nicht vorbei! Sie  können auf den ersten Blick leicht mit der bekannteren Stechpalme verwechselt werden, denn die Blätter sind ähnlich stachelig und glänzend dunkelgrün. Aber die Mahonien gehören zu den Berberitzengewächsen und sind nicht mit der giftigen Stechpalme verwandt. Die Früchte der Mahonien sind also für uns nutzbar, wenn auch kulinarisch nicht der Hammer und eher zur Verarbeitung zu Konfitüren oder Wein geeignet.  Bekannter ist ihre Nutzung zur Färbung von Stoffen, blau-violett mit den Beeren, gelb mit Rinde und Wurzeln. Medizinisch werden Mahonien kaum verwendet, nur bei Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Akne habe ich sie in der Literatur gefunden.

Die Mahonien kommen ursprünglich aus Nordamerika, sind in unseren Gärten aber schon seit langem eingebürgert. Meist als Unterpflanzung von Bäumen, da die Sträucher Wurzeldruck recht gut ertragen können. Aber auch für Hecken können sie verwendet werden, da sie immergrün und schnittverträglich sind. Werden sie wenig oder gar nicht geschnitten, was bei ihrem langsamen Wachstum möglich ist, dann erfreuen sie mit einer schönen Blüte, je nach Sorte in gelb (meistens) bis hin zu orange und rot. Auch der Blühzeitpunkt der Sorten ist sehr unterschiedlich, deshalb möchte ich die wichtigsten hier vorstellen:

  • "Apollo" (M.aquifolium): sie bleibt mit 1m relativ klein und ihre schwarzen Beeren sind gut für Wein verwendbar und bei Vögeln beliebt. Die Blütezeit ist im April und Mai, mit grossen goldgelben Blütentrauben, die auch sehr gut duften.
  • "Winter Sun" (M. media): sie wird mit 1,6- 2m deutlich grösser, beginnt aber auch deutlich früher zu blühen. Schon ab Januar (das erste Bild oben stammt sogar aus dem Dezember!) bis in den April hinein ist sie eine wertvolle Bienenweide.  Die hübschen Blüten duften sogar stark nach Honig! Auch ihre Beeren werden gerne von den Vögeln gefressen.
  • "Cabaret" (M. nitens): fällt mit der Blütezeit völlig aus dem Rahmen, sie blüht nämlich von August bis in den Oktober hinein, mir orange-gelben Blüten und überhängendem Wuchs.Sie bleibt mit etwa 1m eher klein. Sie möchte zudem lieber nicht ganz so im Schatten stehen wie die anderen Sorten.
  • "Sweet Winter" (M. eurybracteata): Sie wird etwa 1,5m gross, möchte es ebenfalls nicht ganz so schattig und blüht quasi anschliessend von Oktober bis Januar und mit schönen, gelben Blüten, die leicht duften. Ihre Beeren sind später ebenfalls zierend mit ihrer silberblauen Farbe, scheinen aber weniger von den Vögeln geschätzt zu werden und auch über eine Verwendung habe ich nichts gefunden.

Mit diesen vier Sorten kann man also eine beeindruckende Spanne des Jahres ausfüllen, eigentlich sind nur Juni und Juli nicht mit ihren leuchtenden Blüten abgedeckt. Die Sträucher sind sehr robust und zumindest die ersten zwei wachsen auch an Orten, die sonst eher schwierig zu bepflanzen sind. Ist doch der Schatten grösserer Sträucher oder Bäume oft eine richtige Problemzone im Garten! Man darf nur nicht vergessen, den Mahonien bei Trockenheit mal einen Kübel Wasser zukommen zu lassen, dann machen sie das schon. Was den Boden betrifft, sind sie nicht sehr wählerisch