Ja ..., wird jetzt der eine oder andere Leser fragen, blüht denn da noch etwas?
Doch, es blüht noch so einiges bei mir im Garten, das erwähnenswert wäre – auch wenn unsere Bienen wegen dem durchwegs trüben Wetter dieses Jahr nicht vorbei schauen und naschen können.
Aber heute möchte ich noch schnell vor Ende Dezember (die Zeit vergeht!) darauf hinweisen, dass noch Pflanzzeit für Krokusse ist! Denn wo man nichts setzt, kann auch im nächsten Frühjahr nichts blühen...dann wenn die Bienen und die ersten Hummeln dringend frischen Pollen benötigen und diese Blüten dankbar annehmen würden.
Vor allem der Elfenkrokus (Crocus tommasinianus) ist eine gute Wahl für alle Insektenfreunde ... er blüht früh und neigt zum Verwildern, wenn ihm der Platz zusagt und man ihm Zeit lässt mit dem Mähen, bis er die Blätter eingezogen hat. Er liebt sonnige bis halbschattige Plätze und eher sandigen Boden ... Staunässe bekommt ihm nicht – wie den meisten Zwiebelpflanzen.
Als Faustregel kommen die Zwiebeln etwa doppelt so tief in den Boden, wie sie hoch sind. Übrigens können Krokusse und auch Tulpen ihre Tiefe im Boden aktiv mit Zugwurzeln verändern, wenn es ihnen nicht so passt wie sie gesetzt wurden ... Insgesamt sind etwa 30 Krokusarten in Kultur, es gibt die verschiedensten Farben und Blütenformen (auch der bekannte Safran gehört zu den Krokussen), manche blühen im Herbst, die meisten im Frühjahr. Über den Daumen gepeilt kann man allerdings sagen, dass je grossblütiger und auffälliger eine Krokusform ist, desto kurzlebiger und aufwendiger in der Pflege ist sie. Für uns Imker sind also eher die Wildformen von Interesse, vor allem auch deshalb, weil sie sicher Nektar und Pollen bieten und man sie zweitens nicht alle Jahre wieder pflanzen muss.
Ein Auge hat man auch besser auf den Lieferanten der Zwiebeln: je stärker sie in der Aufzucht mit Dünger & Co. versorgt wurden, desto weniger kommen sie ohne Fürsorge zurecht und bleiben bald verschwunden.
Eine Entdeckung für mich war da vor zwei Jahren die kleine Versandfirma „Natural Bulbs“ aus Holland, über die mehrere Biobetriebe ihre Blumenzwiebeln selbst vermarkten. Dort gibt es verschiedenste Krokusse in Packungen zwischen 15 und 500 Stück zu vernünftigen Preisen und in sehr guter Qualität und auch das restliche Sortiment an Gartenblumen lässt sich sehen.
So lässt sich selbst ein grosser Bienenstand oder Garten im Frühjahr in ein Blütenmeer verwandeln ... und nur das Wetter muss dann noch mitspielen!
Margit Siegrist

Am 8. November trafen sich die Imkervereine See und Sense zum gemeinsamen Herbsthöck über die Themen Stockwaagen und Wachsverarbeitung, was doch eine Arbeitserleichterung und damit mehr Zeit für die Bienen verspricht ...
Die Vorstellung begann mit viel Schwung Silvio Ziegler der Firma HiveWatch, die ein innovatives und –im Vergleich mit anderen bekannten Herstellern- günstiges Waagensystem anbietet. Da die Völker im Abstand von nur einer Minute gewogen werden, bietet sich ein sehr interessanter Einblick in das Leben und Verhalten unserer Honigbienen.
Nicht nur die Trachtsituation kann so bewertet werden, sondern auch die ausfliegende Bienenmasse gibt einen guten Hinweis auf die Volksstärke und damit verbundene Sammelkraft. Die Daten werden jeden Tag mehrmals zu HiveWatch gesendet und sind dann für den Benutzer per Computer oder Smartphone einzusehen und zu bearbeiten.
Man kann die Völker getrennt oder einzeln ansehen, die Leistung im Jahresverlauf bewerten und auch mit den Gewichtsverläufen am eigenen Bienenstand oder aus der ganzen Schweiz vergleichen. Zum Beispiel zeigt sich momentan gut, welches Volk schon brutfrei ist und welches noch nicht ... einfach anhand der Gewichtsabnahme pro Woche, da die brutfreien Völker schon deutlich weniger Futter verbrauchen.
Bei einem auffälligen Gewichtsverlust bekommt der Imker eine Nachricht auf sein Mobiltelefon, sei es bei einem Schwarm, Räuberei oder Diebstahl/umgefallener Beute. Auch störende Faktoren wie schlagende Äste im Wind oder sogar ein Spechtbesuch können erkannt werden, ohne das man im Winter jeden Tag eine Runde um den Bienenstand drehen müsste –gerade bei etwas abgelegenen Bienenständen sehr praktisch.

Der zweite Vortrag des Abends bestritt das Team von der Stiftung Applico, das mit viel Herzblut ihr neues Angebot der Wachsverarbeitung vorstellte. Jeder Imker, der schon ein Mal seine Mittelwände selber gegossen hat, weiss, welchen Aufwand das jedes Mal bedeutet. Alles herrichten, den Boden abdecken, das Wachs schmelzen, die Mittelwände herstellen und am Schluss natürlich alles wieder aufräumen. Zudem können die wenigsten Imker ihr eigens Wachs entseuchen, also genügend lange und genügend hoch erhitzen.
Diesen Service bietet nun die Stiftung Applico an, jeder Imker kann sein Wachs ab 4 kg ohne Voranmeldung während der Öffnungszeiten in den Ateliers in Schmitten oder Murten vorbei bringen.
Der Gruppenleiter Viktor Schuwey bat nur darum, schon ausgeschmolzenes Wachs zu bringen und nicht Altwaben, da sie schon ganz am Anfang des Projektes eingehende Erfahrungen mit „etwas zu lebhaftem“ Ausgangsmaterial sammeln durften. Geklärt, entseucht und verarbeitet wird das Wachs jedes Imkers getrennt, so dass die Stiftung auch Biowachs in begrenztem Rahmen verarbeiten darf.
Mit den fertigen Mittelwänden bekommt man auch das Restwachs zurück, das im Topf übrig geblieben ist und beim nächsten Mal wieder mitverarbeitet werden kann.
Im Moment sind Schweizermass, Dadant Blatt und modifiziert, jeweils in Brut- und Honigwabengrösse erhältlich, geplant sind später auch z.B. Mini-Plus.
Die Dienstleistung kostet 34 Franken Grundpauschale und je Kilo 14 Franken ... und so hat man als Imker nicht nur viel Zeit gespart und seine Mittelwände für das nächste Jahr parat, sondern darf auch ein gutes Gewissen haben. Denn die Mitarbeiter der Stiftung haben viel Freude an dem neuen Arbeitsbereich und das merkt man!

Margit Siegrist

Der Gewöhnliche Efeu (Hedera helix)

Wenn man im September und Oktober an einem besonnten Waldrand entlang spaziert, kann man den „Gewöhnlichen Efeu“ gut hören - wobei, „gewöhnlich“ ist an dieser unterschätzten und als „Baumwürger“ geschmähten Kletterpflanze schon rein gar nichts!
Schon bei den Griechen als göttliche Pflanze verehrt, galt er auch ab dem frühen Christentum bei uns als Symbolpflanze der „treuen Verbundenheit“ und des „ewigen Lebens“, deshalb wird der Efeu auch so gerne in Friedhofsbepflanzungen verwendet. Aber eine morbide Pflanze ist er deshalb gar nicht, ganz im Gegenteil, er brummt vor lauter Leben – und besonders wenn er blüht! Und das mit dem „ewigen Leben“ kann man gut verstehen, schliesslich kann ein Efeu über 400 Jahre alt werden. Im Herbst blühen sonst wenige einheimische Pflanzen und der Efeu geizt auch nicht mit seinen Gaben, immerhin hat er nach Pritschs Buch „Bienenweide“ einen Nektar-und Pollenwert von 3 (von insgesamt 4 Stufen). Dieser wird auch noch offen angeboten, so dass auch kurzrüsselige Insekten ihn gut aufschlecken können. Das erklärt auch das geschäftige Brummen, sobald die unscheinbaren Blüten erscheinen und das Herbstwetter es zulässt. Unsere Honigbienen sind bei dem Festmahl natürlich gut vertreten und tragen den Pollen in schönen gelben Höschen in den Stock. Aber auch die Efeu-Seidenbiene kann man beobachten, die für die Jungenaufzucht übrigens völlig vom Efeupollen abhängig ist und deshalb erst spät im Jahr während dieser Zeit beobachtet werden kann. Diese Wildbiene ist übrigens ein Bodenbrüter und die neuen Vorkommen, die seit 2006 kartiert werden konnten, befinden sich recht oft in den Sandkästen von Kindern! Da sie völlig ungefährlich ist und ihr Nest gegen Menschen nicht verteidigt, können die Kinder sie in aller Ruhe beobachten. Leider wurde dieser einzige einheimische Wurzelkletterer oft als Baumschädling missachtet, aber er gehört definitiv nicht zu den Parasiten, sondern hält sich mit seinen feinen Wurzelhaaren nur an „seinem“ Baum fest ohne ihm Nähstoffe zu rauben.
Ganz im Gegenteil, man hat festgestellt, dass der Wirtsbaum sogar von den Efeublättern profitiert, die im Frühjahr teilweise (ein Blatt hält etwa 3 - 4 Jahre) abgeworfen werden und den Boden verbessern.
Und wenn man ihn entfernt, wie noch leider oft zu sehen in den Wäldern, dann riskiert man höchstens einen Sonnenbrand der nun überschatteten Rinde. Nur bei kleineren Bäumen, wie bei Obst, sollte man ihn nicht klettern lassen, da er für diese zu gross wird.
Apropos Blätter, die sind ebenfalls besonders bei dieser Pflanze: erst 3- bis 5-lappig und eher eckig bei den jungen „Schattentrieben“, findet man bei den besonnten „Lichttrieben“ dann eiförmige Blätter, die ganz anders aussehen. Erst diese Triebe können dann blühen!
Und wer einen grünen Daumen hat, kann von diesen Lichttrieben Setzlinge ziehen. Das ist zwar viel schwieriger, als von den kriechenden Schattentrieben (sie bewurzeln leicht in feuchter Erde) – aber dann hat man einen etwa 1,5m hohen Strauch, der gar nicht mehr klettert, dafür aber schon von Beginn an wunderbar blüht und sich bestens für die Einfassung eines Bienenstandes oder als Zierde eines Gartens eignet.
Auch kletternd ist der Efeu eine Bereicherung um das Haus herum: Es gibt viele verschiedene Sorten und Blattfärbungen und kletternd/kriechend kann der Efeu eine grosse Fläche begrünen (die Wildform klettert gut 20 m empor), ob horizontal oder vertikal.
Für Sparfüchse und Klimaretter gibt der Efeu gratis eine gute Fassadendämmung ab, laut einer neueren Studie fällt die Temperatur an der Fassade mit Efeu nicht unter Null – und Regenschutz gibt es auch noch dazu. Zudem soll er laut Wikipedia sogar die Luft von z.B. Formaldehyd, Benzol und ähnlichen Schadstoffen reinigen ...
Er bietet Lebensraum für viele Tiere und wenn die Beeren von Februar bis April reifen, auch Nahrung für rund 14 Vogelarten! Dies sind alles gute Gründe, den Efeu in den Garten zu holen oder ihn zumindest zu tolerieren und sich dann am fleissigen Gebrumm im immergrünen Blütenmeer zu freuen!

Bartblume (Caryopteris clandonensis)

Die Bartblume ist ein Halbstrauch, der wunderbar in Staudenbeete integriert werden kann und in der Blütezeit Bienen und Hummeln magnetisch anzieht.
Was kein Wunder ist, denn der Nektar-und Pollenwert wird mit jeweils 4 angegeben, dem höchsten erreichbaren Wert (im Buch „Bienenweide“ von Günter Pritsch).
Auch die späte Blütezeit trägt zur Attraktivität bei, da Ende August/September meist anderswo nichts mehr zu holen ist. Gerade für Hummeln sind dann Bartblumen in den Gärten lebenswichtige Tankstellen! Und für den Gartenbesitzer sind es sehr praktische Pflanzen: Einmal eingewachsen, muss es schon sehr lange sehr trocken sein, damit eine Bartblume in Schwierigkeiten kommt!
Und bei der Pflege reicht ein Rückschnitt jährlich völlig aus, aber bitte unbedingt im Frühjahr. Am besten wartet man, bis die Knospen gut sichtbar sind, dann kann man den Blaubart bis zu den letzten treibenden Knospen zurückschneiden – so bleibt er kompakt und buschig.
Die abgeschnittenen Zweige braucht man übrigens nicht entsorgen. Wenn man sie tief in die Erde steckt - sodass nur ein kleines Stück noch herausschaut - treiben die Zweige wieder aus und man hat weitere sortenechte Bartblumen für den Garten oder zum Verschenken!
Was man dem neuen Besitzer ans Herz legen sollte: Bartblumen immer sehr tief setzen, so ist das Herz der Pflanze gut geschützt vor Frost im Boden versteckt. Ist der Standplatz dann noch sonnig und der Boden durchlässig, fühlt sich die Pflanze wohl und blüht zuverlässig.
Inzwischen sind im Handel viele verschiedene Sorten erhältlich, von 0,5m bis 1,5m Endhöhe, von kompakt bis locker, von normalem Laub bis hin zu panaschiertem (das heisst, weiss oder gelb umrandete Blätter, die die Pflanze auch ausserhalb der Blütezeit im Beet schön wirken lassen). Selbst rosa blühende „Blau“bärte gibt es. Eine Pflanze, die sich für den Gärtner und für die Insekten lohnt!

Bartblume (Caryopteris clandenensis)