Goldrute (Solidago)
Heute möchte ich euch eine Pflanze vorstellen, bei deren Name sich die Nackenhaare von vielen Naturfreunden reflexartig sträuben, die aber auch unbekannte Seiten hat und unseren Bienen, Hummeln und Schmetterlingen verlässlich über eine blütenarme Zeit hilft.
Die Goldrute hat leider keinen guten Ruf und eine durchgehend schlechte Presse ... so schlecht, dass ganz vergessen gegangen ist, dass es auch eine einheimische Goldrutenart gibt!
Die Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea) wird teilweise sogar von wohlmeinenden Spaziergängern ausgerissen, obwohl sie kein Neophyt und in Mitteleuropa heimisch ist. Von den beiden Neuzuzüglern Riesengoldrute und Kanadische Goldrute ist sie eigentlich gut zu unterscheiden, da der Blütenstand viel lockerer und die Einzelblüten grösser sind. Sie besiedelt gerne trockene, nährstoffarme Standorte, oft an Waldrändern oder Waldlichtungen und so kann man sie auch im Garten gut verwenden, gerade in naturnahen Pflanzungen macht sie sich sehr gut.
In manchen Gärtnereien kann man auch eine Zwergform von ihr erwerben (Zwerggoldrute, Solidago virgaurea var. minutissima), die nur 5-10cm hoch wird und sich ausgesprochen gut auf Mauerkronen, in Steingärten oder auch in sogenannten „Tischgärtchen“ kombinieren lässt.
Die beiden anderen häufigsten Goldruten (immerhin umfasst der Begriff „Goldruten“ laut Wikipedia um die 100 Arten, die hauptsächlich in Nordamerika beheimatet sind), die für den schlechten Ruf dieser Familie gesorgt haben, sind die Riesen- oder Späte Goldrute und die Kanadische Goldrute. Die Namen sind etwas irreführend, da die Kanadische Goldrute eigentlich später blüht und meist höher wird. Man kennt sie besser an den elegant geschwungenen, lockeren Rispenästen und an den behaarten Stängeln im unteren Bereich. Sie ist übrigens schon seit 1648 in Europa angekommen!
Die Riesengoldrute (Solidago gigantea) blüht deutlich spektakulärer und in dichten Rispen, ein Anziehungspunkt für viele Insekten im Herbst. Wenn man sie im Garten hat, wird man immer wieder mal auf den „bösen Neophyten“ angesprochen, obwohl es sie in vielen, auch nicht wuchernden Sorten gibt. Leider werden da alle Goldruten unter Generalverdacht gestellt, obwohl sie durchaus wertvolle Gartenpflanzen sind, vor allem mit Blick auf den Klimawandel.
Im Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch wird beiden Neophyten der Nektarwert 3 und der Pollenwert 2 (von 4 möglichen Stufen) zugewiesen und die lange, späte Blütezeit macht sie doppelt wertvoll.
So weitverbreitet und verhasst die Goldruten sind, so überschätzt wird auch ihr Schadpotenzial. Wirklich Probleme machen sie vor allem auf Magerrasen, wo sie mit ihren Ausläufern die einheimische Flora verdrängen können. Meist jedoch wächst die Goldrute auf ruderalen Standorten, d.h. auf vom Menschen geschaffenen Brachflächen, wo sie durchaus eine Bereicherung darstellen kann. Denn wir Imker können unsere Bienen mit Zuckerwasser füttern, aber den Hummeln und Wildbienen können wir so nicht über die blütenarme Spätsommer- und Herbstzeit helfen. Unsere Honigbienen profitieren trotz Zuckerfütterung auch vom Pollen, den wir nicht wirklich in irgendeiner Form ersetzen können und für die Gesundheit der Bienenvölker immens wichtig ist.
Apropos Gesundheit: nicht umsonst hat die heimische Goldrute auch den Beinamen „Jakobsstab“ oder „Heidnisch Wundkraut“, denn sie ist auch in der Naturheilkunde bekannt. Sie wird bei Nierenleiden als Tee eingesetzt, gilt als stoffwechselfördernd und stärkt die Gefässwände. Bei Asthma und Keuchhusten wird ihr schleimlösende Wirkung nachgesagt.
Im Mittelalter wurde sie zur Wundbehandlung eingesetzt und sogar als Wünschelrute zur Suche von Goldschätzen! Zudem sollten lockere Zähne durch ihre Wirkung wieder fest werden, wohl eine vergebliche Hoffnung.
Zu guter Letzt wurde und wird sie wieder als Färbemittel eingesetzt, sie färbt Stoffe in einem schönen Goldgelb.
Alles Gründe, diese Pflanze ein bisschen zu rehabilitieren und in den Garten zu holen. Es gibt sehr unterschiedliche Zuchtformen, die sich schön z.B. mit Herbstastern kombinieren lassen. Die Wuchshöhen reichen von 5cm bis 2m, fast alle vertragen sehr gut Trockenheit und sind sehr pflegeleicht. Ein Rückschnitt nach der Blüte reicht – womit auch das Thema der unerwünschten Verbreitung erledigt wäre.
Oder man setzt gleich die einheimische Gewöhnliche Goldrute und fördert so deren Verbreitung!
Margit Siegrist


Vergleich des Blütenstandes der Kanadische Goldrute links zur Gewöhnlichen Goldrute rechts. Aus "Was blüht denn da?" Kosmos-Naturführer
 

Bergbohnenkraut  (Satureja montana)
Reine Zierpflanzen gibt es kaum in meinem Garten, die meisten Bewohner haben einen doppelten oder dreifachen Nutzen. Warum eine Pflanze setzen und pflegen, die nur schön ist? Sie soll bitte auch einen Beitrag leisten, sei es für die Bienen oder für die Küche ... und am besten beides.
Das Bergbohnenkraut erfüllt alle Wünsche ... die Bienen lieben es, in der Küche ist es ein Tausendsassa und pflegeleicht ist es auch noch. Besser geht es kaum und dementsprechend häufig wächst es überall ums Haus herum.
Ursprünglich stammt die Pflanzenfamilie aus dem südlichen Europa und so sind auch ihre Ansprüche an den Standort. Sie liebt es warm, trocken und sonnig, ist ideal im Steingarten oder an heissen Plätzen im Garten, wo andere Pflanzen Mühe haben.
Sie versamt sich auch gerne, was aber nie lästig wird (man könnte allerdings auf den Gedanken kommen, den einen oder anderen Steingarten/wüste damit zu bestreuen....). Möchte man eine besonders schöne Pflanze vermehren, reicht es, ein Zweiglein im Herbst oder Frühjahr an der gewünschten Stelle tief in den Boden zu stecken und es treibt recht zuverlässig aus.
Die Blütenfarbe der Lippenblütler reicht je nach Sorte von reinweiss bis kräftigem Lila und wird überdurchschnittlich gerne von Bienen besucht. Bei G. Pritschs Buch „Bienenweide“ ist sie mit „nur“ Nektarwert 2 (von 4) und Pollenwert 1 (von 4) angegeben, was sich vermutlich eher auf die einjährige „Schwester“ Bohnenkraut bezieht. Diese wird häufiger über Samen im Garten angebaut, ist aber vom Geschmack her nicht so kräftig und muss jedes Jahr wieder gesät werden.
Das Bergbohnenkraut dagegen ist ein immergrüner Halbstrauch, was den Vorteil hat, dass es auch im Winter verfügbar ist (manchmal wird es deshalb auch Winterbohnenkraut genannt). Vorräte anlegen muss man so auch nicht, selbst im Schneetreiben (was die letzten Jahre sowieso selten war) lässt sich noch genügend für die Küche finden!
Dort kann man es fast überall einsetzen, je nach Sorte. Gemüse, Fisch, Fleisch, Geflügel ,Lamm, Hackfleisch, Pfannengerichte, alles profitiert vom feinherben Aroma.
Je nach Gericht und Vorlieben kann man entweder die Blättchen abzupfen und fein hacken oder man legt einen ganzen Zweig in die Pfanne und entfernt diesen vor dem Servieren.
Die häufigsten Sorten in meinem Garten möchte ich Euch noch kurz vorstellen:
Das einfache Bergbohnenkraut ist etwa 20-40cm hoch, blüht eher weiss und ist fast überall im Garten anzutreffen.
Die Sorte „Satyrion“ wächst etwas höher, ist überhaupt starkwüchsiger und sehr blühfreudig. Man kann es bestens als Dufthecke z.B. im Kräutergarten verwenden.
Der Gegensatz dazu ist das Kriechende Bergbohnenkraut (Satureja montana spicigera), dass nur 10-15cm hoch wird und schön weiss blüht. Da es spät austreibt, kann man es wunderbar mit Krokussen oder Wildtulpen kombinieren ... die eine Pflanze stört die andere nicht durch einen Kampf ums Licht.
Zwischen den beiden Grössenextremen gibt es noch das besonders hübsche Zwergbergbohnenkraut (S.m. ssp. Illyrica), das kräftig lila und etwas später, wie das normale Bergbohnenkraut blüht.
Für die Küche extra interessant ist das Zitronenbergbohnenkraut (S.var.citriodora), dass weniger herb, dafür eben zitronig schmeckt ... fast ein bisschen wie Zitronenthymian, das es ergänzen oder sogar ersetzen kann. Es wird etwa 20-30cm hoch.
Zuletzt gibt es noch die Sorte „Aromakugel“ und dementsprechend wächst der Strauch kugelig-kompakt und hat ein sehr kräftiges, fast pfefferartiges Aroma.
Alle Bergbohnenkräuter blühen etwa August bis September, eventuell in den Oktober hinein und sind ein magischer Anziehungspunkt für unsere Honigbienen.
Die einzige Pflege, die diese Sträucher nach dem Einwachsen brauchen, ist ein Rückschnitt im Frühjahr auf 1/3 der Höhe, damit sie kompakt bleiben. Unterlässt man dies, ist das aber auch nicht weiter schlimm, es leidet nur die Schönheit, nicht der Nutzen!

Margit Siegrist

Bergbohnenkraut  (Satureja montana)

Der (Grün)Spargel (Asparagus officinalis)
Diesen Monat möchte ich euch eine Gartenpflanze ans Herz legen, die nicht nur - wie sonst üblich - in den professionellen Gemüsefeldanbau verbannt werden sollte.
Die Heimat des Spargels ist Mittel- und Südeuropa, er wächst bei uns aber auch ab und zu verwildert auf passenden Böden. Am liebsten mag er sandiges Terrain, das keine Staunässe aufweisen sollte, da sonst seine Wurzeln verfaulen.
Die meisten Leute kennen ihn aber wohl nur als mehr oder weniger bleiches Etwas auf dem Teller, mit Sauce hollandaise oder Schinken garniert. Aber er hat auch durchaus Qualitäten, die man im eigenen Garten gebrauchen kann!
Wenn man eine elegante, niedrige Sichtschutzhecke pflanzen möchte, denkt man selten an den Spargel. Auch als Bienenweide ist er nicht wirklich bekannt. Und möchte man ohne viel Aufwand feines Gemüse ernten, ist so eine Hecke ideal.
Denn nur der weisse Bleichspargel ist sehr arbeitsaufwendig, da er vor dem Austrieb in etwa 25cm Tiefe geerntet wird und deshalb einen Damm benötigt.
Dagegen wird grüner (oder violetter) Spargel einfach über der Erde abgeschnitten, in der Länge, in der man ihn in der Küche haben möchte.
Ist die Ernte spätestens an Johanni (24. Juni) abgeschlossen, gibt man der erschöpften Pflanze eine angemessene Menge Kompost oder Mist und lässt sie wachsen.
Heraus kommt eine hübsche, filigrane Hecke mit immerhin 1,50 bis 2m Höhe, die bestens vor Wind oder Blicken schützt und sich bald mit kleinen, unscheinbaren Glöckchen ziert. Diese winzigen, grünlichen Blüten haben es allerdings in sich...mit immerhin Nektar- und Pollenwert 3 (von 4 Stufen, nach Pritsch). Dementsprechend gerne werden sie von Honig- und Wildbienen besucht, wobei der erstaunlich farbige Pollen bald dicke Pollenhöschen bildet. Im Dickicht der Spargeltriebe fallen die Bienen und Hummeln nur durch ihre knallorangene Pollenfracht und eifriges Summen auf.
Wer so eine Spargelhecke pflanzen möchte, kann im Frühjahr in fast jedem Gartencenter die seesternartigen Wurzeln kaufen. Meist werden allerdings rein männliche Hochleistungssorten angeboten, die durch Samen nicht vermehrt werden können. Aber auch alte Sorten lassen sich finden, wenn man darauf Wert legt.
Hat man die Rhizome erstanden, legt man an der Stelle der gewünschten Hecke einen rund 30 cm tiefen Graben an, lockert dort nochmals die Erde und arbeitet Kompost oder anderen organischen Dünger ein. Die Wurzeln werden in den Graben gelegt, die „Arme“ schön ausgebreitet und dann mit Erde bedeckt.
Die ersten zwei Jahre sollte man nicht oder nur wenig ernten, damit er Reserven anlegen kann ... dann kann man mit etwa 8 Stöcken eine Familie schon gut mit dem Edelgemüse versorgen, je nach Wetterlage!
Mit der Kirschreife beziehungsweise nach Johanni wird die Ernte - wie schon gesagt - beendet, damit die Pflanze sich wieder erholen kann. Je nach Klima und Sorte blüht der Spargel dann vom Juni bis in den September hinein und später zieren rote Beeren die Sträucher. Im Herbst braucht man dann nur noch ein Mal die Schere in die Hand nehmen und die vergilbten Stängel abzuschneiden, mehr Arbeit macht die Kultur des Grünspargels nicht. Im Winter ist von der recht hohen und dichten Hecke nichts zu sehen und so kann man das Licht geniessen, dass eine immergrüne Hecke um diese Zeit nicht durchlassen würde. Wird es wieder warm und der Garten als Aufenthaltsort attraktiver, wird auch der Spargel wieder verlässlich auftauchen!

Margit Siegrist

Grünspargel
Hecke aus Grünspargel

Die Rose (Rosa)
Kommt das Gesprächsthema auf Gartenrosen, hält sich die Begeisterung der Imker meist schwer in Grenzen. Manch einer denkt an die gefüllten Edelrosen der Eltern und ihren meist hohen Pflegeaufwand ohne jeden Wert für die Insekten.
Es geht aber auch anders!
Es gibt nicht nur eine grosse Vielfalt von Wildrosen, auch einige moderne Züchtungen lassen sich in Insektenaugen durchaus sehen und werden rege besucht.
Die Rose in ihren verschiedenen Arten ist auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, unsere Kulturrosen haben allerdings vermutlich ihren Ursprung in Asien.
Schon seit sehr langer Zeit wurden Rosen zum Beispiel in Persien angebaut, vermutlich zur Gewinnung von Rosenöl. Aber auch bei Ägyptern und Römern mangelt es nicht an schriftlichen Zeugnissen der Rose und bei den Kelten und Germanen fand man Spuren von Hagebutten in den ausgegrabenen Siedlungen.
So begleitet die Rose die Menschheit wohl schon sehr lange als Nutz- und Zierpflanze.
Auch heute nennt man -laut Wikipedia- in der Ostschweiz die Friedhöfe „Rosengärten“ und die Blüte war nicht nur ein Zeichen der Liebe, sondern auch der Vergänglichkeit und Schmerz (jeder Gartenbesitzer, der mit bedornten Rosen umgeht, weiss warum..).
Schon lange wurde die Rose auch als Heilpflanze genutzt, schon im Mittelalter wurde sie hier dafür in Klostergärten angebaut. Auch heute nutzt man die Rosenblätter und vor allem die Hagebutten für verschiedene Heilzwecke, vor allem bei Erkältungen, Darmleiden und Gelenkschmerzen wie Gicht und Rheuma.
Unsere Bienen freuen sich jedenfalls sehr über Nektar und Pollen, immerhin im Wert 2 (von 4 nach Pritschs Buch „Bienenweide“). Vor allem am Morgen sind unsere Kletterrosen im Juni ein Anziehungspunkt für alle Bienen und Hummeln. Es ist herrlich, mit dem fleissigen Summen im Hintergrund auf der Terrasse zu frühstücken!
Je nach Rosenart und Standort blüht es von Ende Mai bis zum ersten Frost, so dass man bei geschickter Wahl der Sorten immer irgendwo im Garten Rosenblüten bewundern kann.
In unserem Garten haben sich vor allem die Kletterrose „Ghislaine de Feligonde“, der Rambler „Marie Louise“ und die Strauchrose „Mozart“ bewährt, aber es gibt eine unüberschaubare Zahl von Sorten und Blütenfarben. Inzwischen werden auch extra „Bienenrosen“ angeboten, wie die niedrige Beetrose „Sternenflor“. Über den Daumen gepeilt, kann man sagen: je gefüllter eine Rose ist, desto ungeeigneter ist sie für unsere Insekten.
Am besten sind so genannte „Anfängerrosen“ wie die schon erwähnte „Ghislaine de Feligonde“. Sie verträgt sogar Halbschatten und bildet nach der Hauptblüte im Mai/Juni zuverlässig weitere Blüten bis zum Frost. Obwohl sie doch recht gefüllte Blüten hat, ist sie bei den Bienen sehr beliebt. Andere Rambler wie „Marie Luise“ und „Perennial Blue“ sind ungefüllt und bieten noch leichteren Zugang zu Nektar und Pollen, letztere blüht ebenfalls mehrmals.
Alle erwähnten Rosen bilden Hagebutten, die nicht nur bei den Vögeln, sondern bei vielen kleinen Säugetieren (bis hin zum Fuchs!) beliebt sind. Dadurch hilft man vielen Tieren ganz ohne irgendeine zusätzliche Arbeit durch den Winter. Ganz im Gegenteil, man kann mit gutem Gewissen die Schere beiseite lassen und spart sich so doch ein ganzes Stück Zeit zum Wohle der Vogelwelt.

Margit Siegrist

Rose "Marie Luise"
Rose "Mozart"
Rose "Ghislaine de Feligonde"

Saat-Esparsette  (Onobrychis viciifolia)

Hier möchte ich euch eine alte Futterpflanze vorstellen, die mit der Klimaveränderung sehr gut zu recht kommt und so den Landwirten eine Alternative bietet, die auch den Insekten zugute käme.
Die Saat-Esparsette gehört zu den Schmetterlingsblütlern, wie z.B. die Erbsen, und wie sie kann die Esparsette Stickstoff aus der Luft binden. Dadurch ist sie ein Bodenverbesserer und kann nicht nur als eiweissreiche Futterpflanze, sondern auch als Gründüngung verwendet werden. Ihre Wurzeln können bis zu 4m Tiefe erreichen, damit hat sie bei Trockenheit keine Probleme und lockert verdichteten Boden auch bis weit nach unten auf.
Als wären das nicht schon genug positive Eigenschaften für die Landwirtschaft, legt die Esparsette noch einen oben drauf:  sie wirkt bei Wiederkäuern auch noch entwurmend und kann so Parasitenbefall vermindern. Auf der Website esparsette.ch versucht man, den Anbau zu fördern und den Landwirten eine Vermarktungsplattform zu bieten.
Ursprünglich stammt die Esparsette aus dem Nahen Osten, ist bei uns aber schon seit dem 16. Jahrhundert heimisch und wurde im 18. Jahrhundert sogar im grossen Stil angebaut. Das Insekt des Jahres 2008, das gefährdete Esparsette-Widderchen, ist übrigens auf diese Pflanze für seine Raupen angewiesen.
Aber nicht nur im feldmässigen Anbau macht die Esparsette eine gute Figur, auch im Garten ist sie wunderschön und braucht nie gegossen zu werden. Als ausdauernde Staude wird sie jedes Jahr wieder kommen und immer schöner. Perfekt für den pflegeleichten Garten!
Und auch den Bienen bietet sie viel: Nektar und Pollen satt, laut dem Buch „Bienenweide“ von G. Pritsch im höchsten Wert 4.
Die Blüte erstreckt sich von Mai bis in den Juli und ist mit den langen rosafarbenen Blütenähren sehr zierend. Manchmal entdeckt man sie heutzutage wild an Strassenböschungen und in Magertrockenrasen, sehr zur Freude der Bienen und Hummeln.
Im Rahmen der Klimaveränderung und einem nötigen Wechsel in der Fruchtfolge (um den Boden zu schonen und Schädlingen die Lebensgrundlage zu entziehen) wäre ihr ein Revival zu gönnen!

Margit Siegrist